Mala Manie

Das ist Marzia. Marzia ist unsere Mala-Spezialistin. Und dabei wusste sie vor einigen Monaten weder was eine Mala ist, noch, dass sie das schwierige Knoten jeder einzelnen Perle offensichtlich in die Wiege gelegt bekommen hat. 

Aber im Grunde ist sie – zumindest was das Wissen um die Tradition der Mala-Ketten angeht – überhaupt nicht allein auf dieser Welt. Denn obwohl der Begriff inzwischen sehr vielen westlichen Menschen etwas sagt, wissen die Wenigsten, was sich tatsächlich dahinter verbirgt.

Der Mala-Boom ist natürlich zusammen mit dem Yoga-Wahnsinn der letzten Jahre enorm gewachsen. Dabei wird die Art der Meditationskette von Yogis, Hindus und Buddhisten schon seit tausenden von Jahren getragen, um sie auf ihrem spirituellen Weg hin zur Erleuchtung zu unterstützen.

Wie fast alles, was mit Yoga zutun hat, kommt der Begriff „Mala“ aus dem indischen Sanskrit und kann übersetzt werden mit „Meditationskranz“.  

Traditionell besteht eine Mala immer aus genau 108 Perlen. Die Zahl 108 spielt im Buddhismus und Hinduismus sowieso eine überaus große Rolle – und auch beim Wiederholen von Mantras wurde herausgefunden, dass sie erst nach 108 Wiederholungen ihre volle Wirkung entfalten und tatsächlich eine Veränderung des Geistes bewirken. 

Warum die 108 als heilige Zahl gilt würde hier zu weit führen. So gibt es beispielsweise zahlreiche Rechenexempel, welche die Besonderheit dieser Zahl belegen sollen. Aber auch indische Seher sollen schon vor 4.000Jahren gewusst haben,  dass der Durchmesser der Sonne genau 108mal so groß ist wie derjenige der Erde & der Abstand von Sonne und Erde– ratet mal!!! – 108 mal soviel, wie der Durchmesser der Sonne ist. Inzwischen konnte das auch wissenschaftlich bewiesen werden.

Natürlich taucht auch in vielen indischen Tempeln die Zahl 108 immer wieder auf: 108 Treppenstufen, Fenster, Altäre, etc. Uns gefällt diese Interpretation der heiligen 108 aber am allerbesten: 1 steht für das unvergleichlich göttliche Prinzip, 0 für die Leere, bzw. die Fülle und die 8 für Ewigkeit und  Unendlichkeit. Oder anders ausgedrückt: thing, nothing, everything.

Damit der mit einer Mala Meditierende also merkt, dass er bereits 108 Wiederholungen seines Mantras gemacht hat (und sich dank seiner Mala auch auf das Mantra, nicht auf das Zählen konzentrieren konnte!!), schließt eine echte Mala immer mit einer sogenannten „Guru-Perle“ ab. Diese Guru-Perle kann aus einem speziellen Material sein, eine besondere Form haben, oder irgendwie sonst „aus der Reihe stechen“, sodass der gesamte Kreislauf als abgeschlossen wahrgenommen werden kann.

Außerdem soll diese besondere Perle auch den Energiefluss der Mala beruhigen, die sonst zyklisch durch die gesamte Kette fließen würde.

Wir lieben es, wenn am Ende der Mala etwas ganz Besonderes auf einen wartet, daher schmücken wir unsere Malas gerne mit einem massiv-silbernen Ganesha, einer zarten silbernen, oder vergoldeten Feder, einem Namasté-Schriftzug in Sanskrit, oder anderen, handgefertigten Karma-Schmuckstücken.

Nicht nur dieses hochwertige Silberteil, auch die wirklich mühselige Handarbeit lassen unsere in Hamburg geknüpften Mala Ketten schließlich ihren Preis haben: hinter jede Perle wird ein enger Knoten gesetzt, was gar nicht so einfach ist, wenn man nicht Marzia heißt. Wir haben uns jedenfalls alle oft sehr lange mit den Knoten abgemüht und es nur mit Hilfsmitteln wie Pinzette oder Zange geschafft, die Knoten wirklich dicht hinter jede Perle zu setzten.

Marzia fädelt alle Perlen zunächst auf und knüpft sie mit geschwinder Hand Perle für Perle durch. Es ist ein Augenschmaus zuzusehen. Aber dennoch ist auch sie weit über eine halbe Stunde mit dem Knoten einer einzigen Kette beschäftigt. Wir finden, es lohnt sich! Denn gerade Yogaschmuck sollte mit gutem Karma hergestellt werden und nicht aus chinesischen Massenproduktionen, oder Ländern mit Kinderarbeit stammen. 

Als Alternative zu den geknoteten Malas bieten wir auch immer eine günstigere Variante mit kleinen Perlchen zwischen den Holz- und Edelsteinperlen. Sie können genau wie eine geknüpfte Mala verwendet werden, sind jedoch etwas weniger zeitaufwändig in der Herstellung.

 Viele kaufen die Ketten ja sowieso eher als Schmuckstück, als zur Unterstützung bei der Yogapraxis oder Meditation. Ganz egal – auch als reines Schmuckstück wohnt ihnen ein gutes Karma inne und verwöhnt die Trägerin oder den Träger mit mehr Ausgeglichenheit und einem positiveren Denken.

Egal, ob Yogaschmuck, oder reine Zierde: die Wahl einer persönlichen Mala fällt uns oft auf als etwas ganz anderes, als die Auswahl anderer Schmuckstücke:  sie ist etwas  viel Persönlicheres. Es geht nicht einfach nur um Gefallen, sondern häufig mehr um die Wirkung & Energie, die zwischen dem Schmuck und der Trägerin entsteht.

Manche fühlen sich durch einen speziellen Edelstein angezogen – und meist ist es intuitiv genau der Stein mit einer spezifischen Wirkung, die Trägerin oder Träger zu dieser Zeit am Meisten braucht.

Im Laufe der Zeit verstärkt sich die Beziehung zwischen Trägerin und Mala immer mehr. Sollte sie zur Meditation genutzt werden ist das eigentlich ganz klar, schließlich lässt man sie Perle für Perle sehr häufig & sehr achtsam durch die eigenen Hände gleiten.

 Aber auch Nicht-Yogis berichten immer wieder, dass sie ihre Kette nicht mehr gerne ablegen, sich irgendwie nackt fühlen ohne ihre Mala, oder sich permanent zu ihrem Schmuckstück hingezogen fühlen, es berühren, halten wollen. Wir glauben, das liegt an der energetischen Eigenschaft der Perlen, die eine Wechselwirkung mit der Energie des eigenen Körpers eingehen. Die Perlen nehmen die Energie des Körpers auf und speichern sie in sich ab, während sie gleichzeitig ein Stück ihrer eigenen – positiven Energie an die Trägerin oder den Träger abgeben.

In diesem Sinne: lasst euch Zeit bei der Auswahl eurer persönlichen Mala & spürt die Liebe, die Marzia, oder ein anderer „hoffnungsträger" bei der Herstellung bereits in sie hinein knoten am eigenen Körper wieder!

Namasté!!