Zeit der Besinnlichkeit?

Auch in diesem Jahr musste ich leider feststellen: ich kann so viel Yoga machen wie ich will – ich komme trotzdem nicht entspannt durch die Weihnachtszeit!

Die vielen Bestellungen, Anrufe, Sonderwünsche, etc. sind das Eine – aber das ist ja unser Business, und das kriegen wir im Großen und Ganzen sogar einigermaßen gelassen hin – untermalt mit leiser Mantra-Musik und beduftet von einer riesigen selbstgezogenen Bienenwachskerze meines Sohnes.  Das private Geschenke-besorgen und das eigentlich nette Drumherum ist aber das andere.

Die Innenstadt ist zauberhaft geschmückt, die Weihnachtsmärkte duften wunderbar, aber dennoch findet man nirgendwo Besinnlichkeit und Ruhe. In all der Hektik außen rum, beim hundertsten Last-Christmas aus den Lautsprechern und unzähligen aufgeregten Müttern am Kinderkarussell finde ich einfach eines nicht: Weihnachtsstimmung.

Vor einigen Tagen war ich daher sogar in Nürnberg auf dem Christkindlesmarkt, in der Hoffnung, dort ein wenig Weihnachtsgefühl zu finden. Und tatsächlich – es sieht zwar aus wie ein ganz normaler Weihnachtsmarkt, und KAUFEN wollte ich weder ein Zwetschgenmännchen noch eine Zauberburg aus Wurzelholz, aber was mir sofort auffiel: es war LEISE. Keine Musik, keine Lautsprecher – ich habe tatsächlich die Schritte der Menschen im Schnee gehört! Und das war es, was mich berührt hat - der tatsächlich spürbare Moment – und die seltene Möglichkeit mit allen Sinnen dabei zu sein. Es ist eben doch alles Yoga;)

Ich habe mir daher vorgenommen dies auch im Kreise der großen Familie zu bewahren. Die Festlichkeit in Ruhe zu betrachten und die Dinge wirken zu lassen, denn sonst entgeht uns letztlich Alles. Ganz im Sinne meiner Tochter, die mit ihren sieben Jahren sagt, dass Feste so feierlich sein müssen, dass die Beine kribbeln und man merkt, dass es ein ganz besonderer Tag ist.